Richtige Haarpflege – Basiswissen zur Haarkosmetik – Proteine, Feuchthaltemittel und Weichmacher

In letzter Zeit habe ich sehr viel über diese drei Begriffe in Haarpflege-Produkten gelesen: Proteine, Feuchthaltemittel (Humektant oder Humectant) und Weichmacher (Emollients, Fett-Komponenten). Diese Themen erschienen mir allerdings ziemlich schwierig zu sein, sodass ich zunächst beschloss, die Thematik komplett zu ignorieren. Oft kaufte ich Conditioner oder Haarmasken ohne darauf zu achten, ob sie Weichmacher, Feuchthaltemittel oder Proteine enthielten.

Obwohl ich verschiedene Masken für meine Haare ausprobiert habe, sahen meine Haare selten gut aus. Ich wusste einfach nicht, wie ich aus all den verschiedenen  Masken und Pflegeprodukten die richtigen für meine Haare aussuchen sollte. Letztendlich war ich dadurch gezwungen, mich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Ich suchte nach Informationen im Internet und nach einiger Zeit wurde mir klar, worin das Problem lag.

set of cosmetics

Verstehen, wie gesundes Haar „funktioniert“

Wenn wir wollen, dass ein Haarkosmetik-Produkt effektiv hilft, müssen wir darauf achten, dass ein Gleichgewicht zwischen Proteinen, Feuchthaltemitteln und Weichmachern besteht. Inzwischen weiß ich, worum es dabei genau geht und versuche, Dir alles so ausführlich und einfach zu erklären, dass Du es ebenfalls verstehen kannst. 🙂 Ich denke, jede Frau, die sich für eine bewusste Haarpflege entscheidet und gesundes Haar haben will, sollte diese Informationen kennen und beginnen, sie in der Praxis umzusetzen.

 

Die Schuppenschicht auf unseren Haaren ist aus Aminosäuren zusammengesetzt. Bei der Haarpflege sollte diese Schuppenschicht mit Proteinen versorgt werden, um sie zu regenerieren und um die Hohlräume zu fühlen. Dies geht nur, wenn Dein Haar ausreichend Feuchtigkeit hat. Deshalb ist es vorab wichtig, dass Du Deinem Haar Feuchthaltemittel zuführst, die genug Feuchtigkeit spenden. Und erst zum Schluss benötigt Dein Haar Weichmacher mit Fett-Komponenten, um es gegen das Verdampfen des Wassers aus der Haaroberfläche zu schützen.

 

 

Feuchthaltemittel (Humektant, Humectant)

Feuchthaltemittel und Feuchtigkeitsspender haben die Fähigkeit, Wasser zu binden und es im Haare zu halten. An extrem heißen, trockenen oder sehr feuchten Tagen ist es besser, Feuchthaltemittel auf ein Minimum zu reduzieren. Benutzt Du an trockenen Tagen Feuchthaltemasken, geben diese die Feuchtigkeit direkt in die Umgebung ab und der Effekt verpufft. An feuchten Tagen nehmen Deine Haare ohnehin die Feuchtigkeit aus der Umgebung auf und binden sie im Haar. Das führt dazu, dass die Haare die Schuppenschicht öffnen, was Dein Haar rau und stumpf aussehen lässt. Führst Du jetzt noch Feuchthaltemittel zu, verstärkt dies den unangenehmen Effekt stumpfer Haare.

Wichtig ist auch, dass Du bei der Haarpflege immer daran denkst, die zugeführte Feuchtigkeit anschließend mit Weichmachern zu sichern, um das Verdampfen von Wasser zu verhindern.

Fazit:

Feuchthaltemittel zu selten verwendet > spröde und trockene Haare

Feuchthaltemittel zu  häufig verwendet > Haar sieht nass aus und „zieht“ sich wie Gummi

 

Beispiele für Feuchthaltemittel:

Aloe Vera, Harnstoff, Glycerin, Hyaluronsäure, Honig, Panthenol, Zucker

Diese Bezeichnungen findest du teilweise auch in der Inhaltsstoffliste Deiner Haarkosmetik-Produkte.

 

Proteine

Proteine sind Stoffe, welche die Haarstruktur wiederherstellen und regenerieren. Sie durchdringen kaputte und brüchige Haarstellen und können diese teilweise erneuern oder schließen. Proteine stärken die Haare, machen sie weich, elastisch und widerstandsfähig. Allerdings dürfen wir nicht vergessen, unseren Haaren genug Feuchtigkeit zu spenden – durch Feuchthaltemittel. Wenn wir das vernachlässigen, trocknen die Haare trotz ausreichender Proteinversorgung aus, werden unbeweglich und können brechen.

 

Fazit:

Proteine zu selten verwendet > hängende Haare ohne Volumen

Proteine zu oft verwendet > trockene, schwer kämmbare Haare

 

Beispiele für Proteine:

Keratin, Kaschmir, Kollagen, Seide, Elastin, L-Cystein, Weizenproteine, Milchproteine, Gelatine, Eigelb, Bier, Soja

Diese Bezeichnungen findest du teilweise auch in der Inhaltsstoffliste Deiner Haarkosmetik-Produkte.

 

 

Weichmacher (Emollients, rückfettende Komponenten)

Emollients sind rückfettende Substanzen. Sie bilden auf der Oberfläche des Haares eine Schicht (okklusive Schicht) und umhüllen sie, damit die Verdampfung des Wassers aus dem Haar verhindert wird. Weichmacher beugen zudem mechanischen Beschädigungen vor. Sie erfüllen eine wichtige Schutzfunktion für das Haar. Nach der Anwendung von Weichmachern sehen Deine Haare glatt und glänzend aus.

 

Fazit:

Weichmacher zu selten verwendet > fusselige Haare, oft wie elektrisch aufgeladen

Weichmacher zu  häufig verwendet > schlappe Haare ohne Volumen, sehen fettig aus

 

Beispiele für Weichmacher:

alle Öle und Butterarten, Paraffin, Silikone, Wachse

Diese Bezeichnungen findest du teilweise auch in der Inhaltsstoffliste Deiner Haarkosmetik-Produkte.

 

Grundlegende Zusammenhänge

Die Verwendungsreihen-folge:

                                            1. FEUCHTHALTEMITTEL

                                            2. PROTEINE

                                            3. WEICHMACHER    

 

Warum ist diese Reihenfolge wichtig?

Feuchthaltemittel binden Wassermoleküle und bringen diese auf das Haar auf. Sie spenden Feuchtigkeit.

Proteine heften sich an die Wassermoleküle dran, denen sie auf dem Weg begegnen. Wenn Du Proteine auf nicht ausreichend befeuchtetes Haare aufträgst, werden sie die Feuchtigkeit von den Haaren absorbieren. Das verursacht trockene Haare.

Emollients – rückfettende Substanzen – bedecken Deine Haare mit einer Art „Schutzfolie“, welche die Haare weich und elastisch macht und die Feuchtigkeit im Haar hält.

 

Beachtest du bei Deiner Haarpflege diese Balance zwischen Proteinen, Weichmachern und Feuchthaltemitteln? Sorgst du für eine richtige, auf deinen Typ abgestimmte Haarpflege? Oder ist Dir vielleicht erst jetzt klar geworden, warum der gleiche Conditioner bei Deiner Freundin tolle Haare hervorbringt und bei Dir nicht?

 

Es lohnt sich, den zweiten Teil zu Proteinen, Humektant und Emollients zu lesen. Darin zeige ich Dir Beispiele für eine ausgewogene Haarkosmetik, inklusive Beispiel-Sets für verschiedene Haartypen 🙂

 

Deine Ewa