Hausmittel und natürliche Haarpflege werden immer beliebter und sind oftmals eine gute Alternative zu Industrieprodukten. Du weißt bei Oma’s Hausmitteln, was drin ist und schonst oftmals die Umwelt damit. Ein paar Beispiele (nicht alle habe ich selbst probiert!) habe ich dir hier zusammenstellt.

HINWEIS: Sei vorsichtig, wenn du irgendwelche Allergien oder Unverträglichkeiten hast. Alle Anwendungen, die ich hier nenne, machst du natürlich mit Bedacht und auf eigenes Risiko.

 

No-Poo Haarwäsche – Shampoo weglassen

No-Poo ist ein Trend aus Amerika und er bedeutet No-(Scham)poo, also Haarewaschen ohne Shampoo. Stattdessen wird Wasser mit einer geringen Menge Natron verwendet, das du beispielsweise im Drogeriemarkt kaufen kannst. Wie viel Natorn auf wie viel Wasser gut ist, hängt von deinen Haaren ab. Das Natron bewirkt, dass sich Fett und Schmutz aus den Haaren löst.

Verwendest du zu viel, kann dein Haar sehr trocken und stumpf werden. Ratsam ist, direkt im Anschluss eine Haarspülung zu machen, wie die folgende.

 

 

Apfelessig-Haarspülung für mehr Geschmeidigkeit

Damit dein Haar geschmeidig wird, kannst du eine Spülung mit kaltem Wasser und etwa 1 Teelöffel sehr gutem Apfelessig machen. Mische beides in einem Gefäß und gib es anschließend über die Haare. Kurz einwirken lassen und anschließend ausspülen.

Statt des sehr sauer riechenden Apfelessigs kannst du auch Zitronensaft verwenden. ACHTUNG: Die Säure entzieht gefärbten oder getönten Haaren sehr schnell die Farbe und ist bei gefärbten Haaren nicht zu empfehlen.

 

Roggenmehl-Shampoo als Alternativ-Haarshampoo

Für eine Haarwäsche mit Roggenmehl vermischst du ca. 3 – 4 Esslöffel Roggenmehl mit ca. 200 – 250 ml Wasser. Achte darauf, sehr gutes Vollkornmehl zu verwenden, wenn du dichtes, starkes Haar hast. Bei dünnem Haar ist es ratsamer, einfacheres Roggenmehl, zum Beispiel Typ 1150, zu verwenden.

Du mischst es gut an, sodass keine Klumpen entstehen, lässt es maximal 10 Minuten ziehen, damit sich die Stärke nicht aus dem Mehl löst. Durch die Mehlstärke wird das Fett in deinen Haaren gebunden. Du massierst die Mischung dann von der Kopfhaut aus gleichmäßig in dein nasses Haar ein. Lass alles circa 5 Minuten einwirken.

Dann kommt der wichtigste Teil: Wasche das Roggenmehl vollständig wieder aus deinen Haaren! Dies erfordert oft eine längeres und gründlicheres Auswaschen, als du es von Industrie-Shampoos gewohnt bist.

In die Roggenmehl-Mischung kannst du auch weitere Zusätze geben – abhängig von deinem Haarzustand:

Essig oder Zitrone für mehr Geschmeidigkeit

Ei für eine bessere Reinigungsleistung und gutes Haarwachstum

Honig oder gutes natürliches Öl bei trockenem Haar

Kaffee gemahlen zur Durchblutungsförderung der Kopfhaut

Brennnesseltee für den Frischekick im Haar und auf der Kopfhaut

 

Shampoo mit Lava-Erde für sanfte Reinigung

Ganz ohne Zusätze kommt auch der Lava-Erde-Mix aus, der dein Haar weich macht und gut reinigt. Du gibst etwa 1 – 3 Esslöffel Lava-Erde (bekommst du im Drogeriemarkt) in circa 200 ml Wasser und verrührst alles. Mit dieser Mischung wäschst du deine Haare und spülst sie anschließend sehr gründlich aus. Die Erde verteilt sich sehr gut, sodass du gut nachspülen musst.

Mit der bereits oben genannten Apfelessig-Spülung kannst du die Haare anschließend noch nachbehandeln.

Die Erde ist sehr sanft zum Haar, wobei du in der Mischung nicht zu viel davon verwenden solltest, um die Haare nicht auszutrocknen. Achte auch drauf, Metallkontakt zu vermeiden. Nimm einen Holz- oder Plastiklöffel zum Verrühren. Metall verändert die wichtigen Mineralstoffe in der Lava-Erde.

 

Eier-Honig-Haarkur als Glanz-Kur

Mit einer einfach Mischung kannst du deinen Haaren eine Feuchtigkeitskur verpassen. Mixe 1 – 2 rohe Eier mit etwas Zitronensaft und einem Teelöffel Honig und verrühre alles zu einer glatten Masse. Dieses natürliche Haarkur trägst du auf dein feuchtes Haar auf, lässt alles ein paar Minuten einwirken und wäschst die Haare anschließend mit frischem Wasser aus.

Du spürst sofort die belebende Wirkung und deine Haare wirken kraftvoll und glänzen herrlich.

 

Kräutertee-Spülungen für weiche, seidige Haare

Ein Teeaufguss, den du 5 Minuten ziehen lässt und dann das lauwarme Kräuterbad als Haarspülung aufträgst, macht deine Haare seidig-weich. Viele Kräuter haben eine spezielle Wirkung. So wirkt Kamille (gut geeignet für blonde Haare) entzündungshemmend, wenn di Kopfhaut angegriffen ist, Brennnessel belebend, ebenso wie schwarzer Tee, der gut für dunkelhaarige Frauen geeignet ist. Auch grüner Tee kann verwendet werden, zum Beispiel, um die Haarstruktur zu schützen. Salbeitee oder Minztee sorgen für eine Reduzierung der Talg- und Fettproduktion des Eigenhaares und Thymiantee kann bei Schuppen wirken.

 

Sahne-Öl-Kur bei sehr trockenem Haar

Ist dein Haar besonders trocken und haben die Spitzen sogar Spliss kann eine Kur aus diesen Zutaten helfen: Du vermischst 200 ml Sahne mit etwas gutem Olivenöl (1 Esslöffel genügt) und gibst einen Spritzer Zitrone hinzu. Alles gut verrührt, ergibt eine Intensivkur für trockene Haare. Massiere das Gemisch gut ins Haar ein, binde ein Handtuch darum und lass diese Kur circa 10 – 15 Minuten einwirken, bevor du sie gründlich mit lauwarmem Wasser ausspülst. Anschließend ist dein Haar besonders gepflegt und lässt sich leicht kämmen.

 

Bier-Spülung für mehr Volumen

Ein Glas Bier, das du als Spülung ins Haar gibst und anschließend – wegen des meist intensiven Biergeruchs – noch einmal kurz wäschst, verhilft zu mehr Volumen. Die Haare werden wunderbar weich und wirken nach der Bier-Haarspülung sehr gesund.

Pures Öl für gesundes Haar

Sehr gutes Olivenöl oder auch hochwertiges Kokosöl wirken wie eine Repair-Kur für dein Haar. Du kannst das Öl pur ins Haar einmassieren und eine Zeit lang einwirken lassen, bevor du es auswäschst. Oder du mischst das Öl mit etwas Honig und Zitronensaft, um den Nutzen aus mehreren Zutaten zu ziehen. Honig und Zitrone sorgen für weiches Haar.

Bei der puren Ölbehandlung kannst du sogar über Nacht mit den eingeölten Haaren schlafen, wenn du sehr trockenes und sprödes Haar hast. Dann ist dies eine besonders intensive Haarkur. Achte darauf, dann gegebenenfalls ein Handtuch aufs Kopfkissen zu legen, um die Bettwäsche vor dem Öl zu schützen. Am besten massierst du das Öl übrigens ins leicht feuchte Haar ein. So kann die Haarstruktur die ölhaltigen Stoffe besser aufnehmen.

 

Fazit:

Wenn du mit Oma’s Hausmittel für gesunde Haarpflege sorgst, hat dies folgende Vorteile:

Du weißt genau, was in deinen Pflegeprodukten drin ist.

Du verwendest natürliche, ökologisch gut abbaubare Produkte.

Du kannst dein Pflegeprodukt individuell und frisch für genau deinen Haartyp anmischen.

Viele Zutaten hast du bereits zu Hause.

Die Hausmittel-Produkte sind in der Regel preiswerter als gekaufte.

Du kannst bei Allergien auf solche Zutaten zurückgreifen, die du gut verträgst.

 

Ich wünsche dir viel Freude beim Ausprobieren dieser Tipps aus Oma’s Hausmittel-Schatzkiste für gesunde Haare. Hast du eine eigene Idee? Schreib sie mir! Ich bin immer daran interessiert, neue Anregungen für natürliche Haarpflegeprodukte zu bekommen.

 

Deine Ewa